• Gemeinderat fasst Grundsatzbeschluss zum Radverkehr

    Das Fahrrad ist für viele Wege in der Stadt das ideale Verkehrsmittel. Die Stadt strebt an, dass der Radverkehr langfristig 25 Prozent des gesamten Verkehrs ausmacht. Um den Radverkehr in diesem Sinne weiter auszubauen, hat der Gemeinderat am Donnerstag, 21. Februar, einen Grundsatzbeschluss gefasst.

    Neben einem von der Verwaltung vorgelegten Zielbeschluss stimmte das Gremium mit einer Mehrheit von 29 zu 25 Stimmen einem weiterführenden interfraktionellen Antrag zu. Demnach sollen beispielsweise langfristig jährlich 40 Euro pro Einwohner für den Radverkehr ausgegeben werden. Außerdem sollen der Ausbau des Hauptradroutennetzes bis 2030 abgeschlossen oder in allen Stadtvierteln mindestens eine Fahrradstraße auf Nebenstraßen ausgewiesen werden.

    Oberbürgermeister Fritz Kuhn hatte zu Beginn ausgeführt, dass die Absichten der Initiative für eine fahrradfreundliche Stadt auch seine politischen Ziele widerspiegelten. Er sagte: "Stuttgart soll eine echte Fahrradstadt werden. Beispiele großer Fahrradstädte zeigen: Das geht nur, wenn man dem Radverkehr mehr öffentlichen Raum zuspricht. Wichtig ist: Ich bin für vernetzte Mobilität, gleichzeitig will ich eben auch Stuttgart zu einer Fahrradstadt machen." Der OB dankte der Initiative für ihr Engagement und die daraus entstandene Debatte. "Die Diskussion um den Radverkehr ist zukunftsweisend. Sie zeigt, dass wir neben der Autostadt eben auch eine Fahrradstadt sein wollen."

    Der Gemeinderat hatte die Verwaltung damit beauftragt, einen Vorschlag zu erarbeiten, wie Stuttgart zur Fahrradstadt werden kann. Dazu gehören auch Vorschläge für die Erhöhung des Radetats und zu weiteren Projekten für den Ausbau der Radinfrastruktur. Neben den bisherigen Ausbaumaßnahmen für die Radinfrastruktur verfolgt die Verwaltung 2019 weitere Projekte mit höchster Priorität. Dazu zählen u.a. der Bau zusätzlicher Fahrradstraßen, die Beauftragung einer externen Projektsteuerung für Radverkehrsprojekte, die Fortsetzung der Lastenradförderung und die Umsetzung von Radgaragen in Wohngebieten. Damit greift die Stadt auch die Forderungen der Initiative "Radentscheid Stuttgart" auf. Richtschnur für alle Projekte sollen laut des interfraktionellen Antrags die "Qualitätsstandards" des Radentscheids sein.

    Den Antrag auf Zulassung eines Bürgerentscheids hat der Gemeinderat bei fünf Enthaltungen zurückgewiesen. Zuvor hatte eine Rechtsprüfung ergeben, dass das Bürgerbegehren unzulässig ist. Der Gemeinderat hat die Verwaltung beauftragt, dies den Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens auch formal bekannt zu geben.
    Radverkehr in Stuttgart

    Der Radverkehr in Stuttgart nimmt stetig zu. Das belegen Zahlen der zentralen Fahrradzählstellen entlang der Hauptradroute 1. An den Zählstellen auf der König-Karls Brücke in Bad Cannstatt und an der Böblinger Straße in Kaltental ist der Radverkehr von 2017 auf 2018 um 20 bzw. 26 Prozent gewachsen.

    Radfahrerinnen und Radfahrer können aktuell auf rund 190 Kilometer Radweg fahren. Das ist mehr als doppelt so viel wie vor 20 Jahren. Der Ausbau wird fortgesetzt: Nimmt man alle Maßnahmen zusammen, kommt man auf rund 7,4 Millionen Euro pro Jahr - das sind rund 12 Euro pro Einwohner an Ausgaben für den Radverkehr.

    Weitere Informationen zur Radverkehrsförderung in Stuttgart sind hier zu finden.