Bismarckplatz wird zum identitätstiftenden Stadtplatz

Der Bismarckplatz im Stuttgarter Westen soll nach dem Siegerentwurf des Planungsbüros Internationales Stadtbauatelier (ISA) aus dem städtebaulichen Wettbewerb von 2017 zu einem multifunktionalen, urbanen und begrünten Platz umgestaltet werden.
Der Bismarckplatz im Stuttgarter Westen wird nach dem Entwurf des Planungsbüros Internationales Stadtbauatelier realisiert. Visualisierung: Internationales Stadtbauatelier
Der Bismarckplatz im Stuttgarter Westen wird nach dem Entwurf des Planungsbüros Internationales Stadtbauatelier realisiert. Visualisierung: Internationales Stadtbauatelier
Das vorliegende Konzept zur Platzumgestaltung betont eine klare Orientierung auf die Elisabethenkirche sowie auf die gegenüberliegende gründerzeitliche Gebäudereihe. Durch einen Rahmen mit grünen Stadtbeeten, wodurch ein Platz‐im‐Platz als Multifunktionsfläche entsteht, wird eine angemessene Stadtplatzsituation mit einer offenen Mitte und kräftigenden Raumkanten geschaffen. Die geschätzten Gesamtkosten betragen 6,72 Millionen Euro.


Multifunktional, urban und begrünt

Die mittlere Fläche des Platzes wird dabei weitgehend eben gestaltet. Die so entstehenden Höhensprünge des unebenen Geländes werden zur Kirche hin mit einer großzügigen, 41 Meter breiten, Freitreppe abgefangen, die als Vermittlerin zwischen dem Niveau der Platzmitte und dem Vorplatz der Kirche dient. Sie soll eine Aufenthaltsfläche für Bewohner und Gäste mit Blick auf das Platzgeschehen bieten. An der gegenüberliegenden Ostseite sind ein Gastronomie Pavillon, Stufen sowie eine niedrige Stützmauer geplant. Die gesamte Fläche wird durch eine einheitliche Belagsgestaltung als zusammenhängender Platzraum betont. Meist wird dabei die schon im Dorotheenquartier verlegte Betonplatte mit Natursteinvorsatz zum Einsatz kommen. Der Übergang zur Elisabethenanlage wird durch eine Aufweitung als kleine Platzsituation betont. Als Abschluss in Richtung Bismarckplatz dient ein zusätzliches Grünbeet.

Um eine barrierefreie Führung am Platz zu ermöglichen wurden bereits die Eckpunkte eines Konzepts in mehreren Terminen mit den zuständigen Verbänden abgestimmt. Die Umgestaltung und Verschmälerung der Schwabstraße auf 6,50 Meter und der Wegfall der in die Schwabstraße mündenden Bismarckstraße sind weitere wichtige Schlüsselelemente des Entwurfs. Der dadurch anfallende Verkehr soll über die Nebenstraßen abgeleitet werden. Dazu wird es im Vorfeld einen Verkehrsversuch geben. An Grünflächen fügen sich zwei parallel laufende Grünstreifen jeweils im Norden und Süden an die Platzmitte an. Sie sind in kleinere Teilflächen gegliedert und für verschiedenste Nutzungen offen.


Neue Baumstandorte und Wasserspiele

Von den bestehenden Baumstandorten können 57 erhalten werden, zwölf müssen im Zuge der Baumaßnahmen entfernt werden, dafür werden 36 Standorte neu geschaffen: In der Bilanz bedeutet dies eine Verbesserung auf 93 Bäume. Mit der Ausgestaltung des Platzrandes werden die angrenzenden gastronomischen und belebenden Nutzungen unterstützt. Vor der Eisdiele im Süden wird die Vorzone durch die Neuordnung des Verkehrs deutlich erweitert, im östlichen Bereich soll ein neues Gastronomieangebot sowie eine barrierefreie Toilettenanlage entstehen.

Als ein weiterer wichtiger Punkt sollen klimaaktive Flächen neu geschaffen, gestärkt und durch Wasserangebote ergänzt werden. Entlang von Fuß‐ und Radwegen sind öffentliche Trinkbrunnen vorgesehen. Der bestehende Marktbrunnen wird umgesetzt. Im Bereich des inneren Platzes sind Sprühnebeldüsen vorgesehen, die für eine Erfrischung und Kühlung im Sommer sorgen. Ein Wasserspiel am südlichen Stadtbeet lädt mittels Tretpedalen zum Mitmachen ein, in die Grünstreifen werden Beregnungsanlagen integriert. Mit den Baumaßnahmen zur Umgestaltung soll im Jahr 2023 begonnen werden.