Bauausstellung soll den Weg weisen

Die Internationale Bauausstellung 2027 soll ein Wegweiser für Architektur, Ingenieurskunst und Baukultur werden - wie vor hundert Jahren die Stuttgarter Weissenhofsiedlung, hier in einem originellen Modell des Weissenhofmuseums. Foto: Horst Rudel
Die Internationale Bauausstellung 2027 soll ein Wegweiser für Architektur, Ingenieurskunst und Baukultur werden - wie vor hundert Jahren die Stuttgarter Weissenhofsiedlung, hier in einem originellen Modell des Weissenhofmuseums. Foto: Horst Rudel
Ein internationales Schaufenster für Architektur, Ingenieurbaukunst und Baukultur: Dazu könnte Stuttgart und Region durch eine Internationale Bauausstellung (IBA) werden. Stattfinden soll die IBA 2027, genau 100 Jahre nach der Eröffnung der Weißenhofsiedlung. Der Gemeinderat beauftragte am Dienstag, 6. Dezember, die Verwaltung, eine Teilnahme vorzubereiten.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn, Thomas Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart, und Markus Müller, Präsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, präsentierten im Ausschuss für Umwelt und Technik das Vorhaben. Deutlich wurde, dass IBAs kein vorgeschriebenes Format haben, sondern vielmehr bestimmte Anforderungen, an denen sich eine IBA messen lassen muss. In einem Memorandum, das 400 Experten aus Industrie, Architektur, Hochschulen und Verbänden für Stuttgart erarbeitet hatten, heißt es: "Mit Mut zum Experiment verändern IBAs Städte und Regionen nicht nur architektonisch. Neue Ideen und Projekte im sozialen, kulturellen und ökologischen Bereich setzen Impulse für einen in der jeweiligen Region als erforderlich angesehenen städtebaulichen bzw. landschaftlichen Wandel."

OB Kuhn betonte: "Die Werkbund-Ausstellung 1927 hat gesellschaftliche und ästhetische Ansprüche des Bauens verbunden. Der Mensch galt als berufstätig, mobil und gesundheitlich orientiert. Dies zu verbinden, war Aufgabe der Architekten damals - und die Aufgabenstellung ist weiterhin aktuell." Der OB weiter: "Wir brauchen die Bereitschaft und die Freude, über Visionen zu diskutieren. Dazu bietet eine IBA Gelegenheit, zumal sie Stuttgart zu einer Modellregion für industriell geprägte Stadtregionen machen kann."

Thomas Bopp unterstrich den gesellschaftlich-kreativen Prozess einer IBA, da hier "über Herausforderung gesprochen werden, die nur regional zu lösen sind wie: Nahverkehr, Gewerbefläche oder bezahlbarer Wohnraum".

Markus Müller erläuterte, dass die Bedeutung einer IBA weit über die Zeit hinausreiche. Er nannte als Beispiele Berlin 1987 ("Kritische Rekonstruktion") oder den Emscher Park im Ruhr-Gebiet 1999 ("Wandel ohne Wachstum"). "Die 'StadtRegion Stuttgart' ist ein idealer Austragungsort durch die kulturellen Integrationserfahrungen, die gelebte demokratischen Partizipation, die regionale Solidarität und die landschaftliche Vernetzung", so Müller.

Stuttgart kann durch eine Teilnahme an der IBA profitieren und Akzente setzen. Die Entwicklung der Rosensteinquartiers ist für den OB "Herzstück" einer möglichen IBA. Zudem bieten auch die Quartiere im NeckarPark und rund um den ehemaligen EiermannCampus spannende Perspektiven, die im Zuge einer IBA von Experten und Öffentlichkeit diskutiert werden sollten.

Einer IBA kann auch die Qualität Stuttgarts als "grüne Stadt" weiter stärken. Durch die Kooperation mit der Region kann die Stadt gerade im Hinblick auf die Erlebbarkeit des Neckars und die Stärkung des Landschaftsraums profitieren, unterstreicht das Memorandum.