Energiekonzept: OB Kuhn diskutiert mit Umweltverbänden

Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat am Dienstag, 12. Mai, mit Umweltverbändenüber das Konzept zur Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart diskutiert. Etwa 20 Vertreter nahmen die Einladung an und stellten im Rathaus ihre Vorschläge vor.

OB Kuhn hatte die Teilnehmer der Diskussionsrunde im Vorfeld aufgefordert, eigene Vorschlägen und Ideen einzubringen, bevor das fertige Energiekonzept im Gemeinderat beraten wird. Foto: Harald Beutel/Stuttgart
OB Kuhn hatte die Teilnehmer der Diskussionsrunde im Vorfeld aufgefordert, eigene Vorschlägen und Ideen einzubringen, bevor das fertige Energiekonzept im Gemeinderat beraten wird. Foto: Harald Beutel/Stuttgart
"Das Konzept ist ein erster Entwurf, der die wichtigsten Schritte, Maßnahmen und Rahmenbedingungen zum Aufbau einer nachhaltigen Energieversorgung zusammenfasst. Wir wollen, dass die Bürger in der Breite von diesem Thema ergriffen werden. Nur so können wir die Urbanisierung der Energiewende voranbringen", sagte OB Kuhn zur Begrüßung. Er hatte die Teilnehmer der Diskussionsrunde im Vorfeld aufgefordert, eigene Vorschlägen und Ideen einzubringen, bevor das fertige Energiekonzept im Gemeinderat beraten wird.

"Energiewende ist riesige Chance"

Joseph Michl vom Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg begrüßte die städtische Initiative, betonte aber auch, dass die Energiewende in Stuttgart längst überfällig sei. "Es gibt noch sehr viel Luft nach oben", ergänzte auch Ralf Stockheim von der Gemeinschaft BürgerEnergie Stuttgart. Er sehe in Stuttgart beispielweise noch "zu viele leere Dächer". "Die Versorgung mit Photovoltaik-Anlagen ist noch nicht zufriedenstellend." Zustimmung erhielt er von Frank Schweizer vom Verein Stuttgart Solar: "Die Technologien sind vorhanden. Wir müssen die Energiewende nicht neu erfinden." Er plädierte neben dem Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auch für die verstärkte Nutzung von Hybrid-Fahrzeugen. Barbara Kern vom Stuttgarter Wasserforum betonte indes die Bedeutung der Fernwärme. Die Stadtwerke müssten das Fernwärmenetz übernehmen, so ihre Forderung.

Nahezu einheitlich sprachen sich die Verbände für einen stärkeren Ausbau von Blockheizkraftwerken aus, die Strom und zugleich Wärme produzieren. Angesprochen auf die Rolle der Stadtwerke bei der Energiewende, erklärte OB Kuhn: "Sie sind der entscheidende Motor bei der Umsetzung der Energiewende." Manfred Niess vom Klima- und Umweltbündnis Stuttgart (KUS) nahm auch die Bürger in die Pflicht, in dem er eine "Bürgerenergiewende" forderte. "Die Energiewende wird von vielen eher als Risiko gesehen, dabei ist sie eine riesige Chance für uns alle. Die Stadt muss das Bewusstsein der Bürger weiter stärken und als Landeshauptstadt positiv vorangehen."


Stadt will Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent reduzieren

Basis des Energiekonzepts "Urbanisierung der Energiewende in Stuttgart" ist die Verpflichtung der Stadt Stuttgart, den Erfordernissen des europäischen Energie- und Klimaschutzpakets gerecht zu werden. Dazu ist im Vergleich zum Referenzjahr 1990 der Energieverbrauch bis 2020 um 20 Prozent zu reduzieren und der Anteil der erneuerbaren Energien an der Energiebereitstellung auf 20 Prozent zu erhöhen. Die Umgestaltung der Energienutzung soll in drei Schritten erfolgen: Nach der Reduzierung des Energieverbrauchs in den Bereichen Wärme und Strom soll die Energieeffizienz gesteigert werden. Danach folgt der Bau von Anlagen auf Basis von erneuerbaren Energien.