EU-Projekt 2MOVE2 - Nachhaltiger Stadtverkehr in europäischen Städten
Logo: Civitas Initiative
Wie soll das Verkehrssystem der Zukunft also aussehen? Um innovative Lösungen für diese Herausforderungen zu finden, fördert die EU zukunftsweisende Projekte im Bereich der städtischen Mobilität. Das steht im Einklang mit dem Aktionsplan "Nachhaltig mobil in Stuttgart", von Oberbürgermeister Fritz Kuhn.
2MOVE2 ist Teil des Aktionsplans "Nachhaltig mobil in Stuttgart"
Das Projekt 2MOVE2 ist Teil des Aktionsplans "Nachhaltig mobil in Stuttgart" und wird von der CIVITAS Initiative der EU (Programm CIVITAS Plus II) finanziell gefördert. Im Rahmen dieses Projekts entwickelt die Landeshauptstadt Stuttgart gemeinsam mit Brünn (Tschechien), Malaga (Spanien) und Tel Aviv-Yafo (Israel) konkrete Schritte zur Verbesserung der städtischen Mobilität. Das Projekt hat ein Volumen von 9,1 Millionen Euro und ist damit eines der größten geförderten Vorhaben, die Stuttgart jemals durchgeführt hat. 2MOVE2 hat eine Laufzeit von vier Jahren.In Stuttgart stehen vor allem die emissionsabhängige Verkehrssteuerung, Elektromobilität und das Betriebliche Mobilitätsmanagement im Vordergrund. Auch beim Güterverkehr werden bis 2016 neue Konzepte entwickelt und umgesetzt.
Im Rahmen des Projekts 2MOVE2 werden in den Fachämtern der Stadt Stuttgart konkrete Maßnahmen geplant und durchgeführt, um den städtischen Verkehr umweltfreundlicher zu gestalten und eine höhere Lebensqualität zu schaffen.
Emissionsabhängige Verkehrssteuerung
Der Verkehr auf der Bundesstraße 14, zwischen Bad Cannstatt und dem Heslacher Tunnel, soll verflüssigt werden, um die Schadstoff- und Lärmbelastung zu senken. Dazu wurden bereits am Neckartor dynamische Schilder mit Geschwindigkeitsempfehlungen für eine "grüne Welle" aufgestellt. Das Projekt 2MOVE2 greift diese Maßnahme auf und richtet im weiteren Verlauf auf der Höhe der Leonhardskirche ein System für flexible Geschwindigkeitsbeschränkung ein.Dadurch soll der Stop-and-go-Verkehr verringert werden. Je nach Verkehrs- und Schadstofflage kann entweder Tempo 40 oder 50 verbindlich vorgegeben werden. Im Projekt werden die Auswirkungen auf den querenden Rad- und Fußverkehr sowie auf den öffentlichen Nahverkehr ermittelt und ausgewertet.
LKW-Empfehlungsnetz
Stuttgart ist einer der stärksten Wirtschaftsstandorte in Deutschland mit einem hohen Anteil an produzierendem Gewerbe. Als Maßnahme des Luftreinhalte-/Aktionsplans wurde im März 2010 das Lkw-Durchfahrtsverbot eingeführt. Obwohl das Aufkommen des Lkw-Verkehrs im Stadtgebiet kontinuierlich sinkt, macht dieser weiterhin einen Anteil von ca. sechs Prozent am gesamten Kfz-Aufkommen aus. Das Lkw-Empfehlungsnetz soll eine Bündelung des Lkw-Verkehrs auf möglichst unempfindlichen Routen im Hauptverkehrsstraßennetz und damit eine Schonung sensibler Gebiete (Wohngebiete, Grün- und Erholungsgebiete) bewirken.Von definierten Routen aus, sollen die Ziele des Lkw-Verkehrs auf möglichst wenig störenden, kurzen Strecken angefahren werden. Den Unternehmen soll das Lkw-Empfehlungsnetz eine verbesserte Planungsgrundlage bieten. Es bildet die Grundlage für das kommunale Verkehrsmanagement, die Gestaltung von Verkehrsanlagen sowie städtebauliche Planungsprozesse.
Mobilitätsmanagement für Firmen und Sharing-Konzepte
Innerhalb des Projekts 2MOVE2 wird die Stadt Stuttgart für Stuttgarter Firmen und Baugemeinschaften die Entwicklung eines maßgeschneiderten Mobilitätsplans anbieten. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, Unternehmen und andere Organisationen dabei zu unterstützen, die Mobilität ihrer Mitarbeiter und Kunden effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Mit den beteiligten Partnern sollen Lösungen erarbeitet werden, um die von Unternehmen ausgehenden Verkehrsströme umwelt- und stadtverträglich zu organisieren. Die Kooperation mit der Stadt Stuttgart kann dabei verschiedenste Bereiche abdecken, die von Verbesserungen in der Infrastruktur, das Organisieren von Informationskampagnen bis zu Mobilitätsbefragungen und Verbesserungen der ÖPNV-Angebote reichen. Alle Maßnahmen und Aktionen werden eng miteinander abgestimmt und dabei Rücksicht auf die Interessen und Anregungen der Firmen und Ihrer Belegschaft genommen.Ferner beinhaltet die Maßnahme die Förderung von Konzepten für die gemeinsame Nutzung von Autos (Carsharing), aber auch Fahrradleihsysteme (wie z.B. Call-a-Bike). Ergänzt werden die Aktivitäten mit einem Service für Reise- und Wegeinformationen im Zusammenhang mit Umleitungen.
Infoveranstaltungen zur Elektromobilität
Die Stuttgarterinnen und Stuttgarter sollen über die Elektromobilität im Allgemeinen und über die Möglichkeiten informiert werden, die es in ihrem direkten Wohnumfeld gibt.Die Stadt Stuttgart führt Veranstaltungen in den Stadtbezirken und für spezielle Zielgruppen, wie Senioren, Einwohner mit Migrationshintergrund und Schüler durch. Neben den Grundkenntnissen über die Elektromobilität werden die Teilnehmer über Elektrofahrzeuge, Lademöglichkeiten und Sharing-Angebote in ihrem Stadtbezirk informiert. Im Rahmen dieser Veranstaltungen können auch Fahrzeuge, insbesondere Pedelecs (Elektrofahrräder) getestet werden.
Ein weiterer Bestandteil der Maßnahme ist die Verknüpfung von Elektromobilität und Wohnen. Mit Wohnbaugesellschaften sollen Modelle für die frühzeitige Einbeziehung der Anforderungen für Elektromobilität in die Planung von Wohnbauprojekten geschaffen werden.